30. November 2017

Warnung vor Schadstoffen im Tee

Gefährliche Schadstoffe im Tee

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) enthalten einige Tees krebserregende Stoffe. Das Institut mahnte, dass vor allem Kinder und Stillende vorsichtshalber nicht nur Tee trinken sollten. Sogenannte Pyrrolizidinalkaloide sind, lt. ersten Ergebnissen einer nicht repräsentativen Studie des BfR, in etlichem Produkten in höhere Konzentration gefunden worden. Diese Stoffe, welche zum Schutz vor Fraßfeinden gebildet werden, kommen weltweit in vielen Pflanzen vor. Wie in Tierversuchen erwiesen wurde,  können diese Pflanzeninhaltsstoffe zu Leberschädigungen und Krebs führen.

teebeutel

Risiko ab fünf Teebeutel am Tag

Für die Studie wurden 221 Stichproben handelsüblicher Tees aus deutschen Märkten untersucht. Unter anderem Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee.
„Wir haben in einigen Proben unerwartet hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden in den Kräutertee- und Teeproben gemessen“, äußerte BfR-Präsident Professor Andreas Hensel.
Laut BfR-Angaben müssen die bisher gewonnenen Daten aber noch bestätigt werden.
Unklar ist, ob es sich möglicherweise um Zufallsfunde oder Verunreinigungen bei den Tees handelt, da bei den einzelnen Proben die Werte teilweise erheblich voneinander abweichen. Bei zeitweisem Genuss von Tees mit hohem Pyrrolizidinalkaloid-Gehalt besteht nach BfR-Angaben kein Gesundheitsrisiko. Über längere Zeiträume allerdings ist es gefährlich, „überdurchschnittlich hohe Mengen“ von den belasteten Tees zu trinken. Laut BfR sind das für einen Erwachsenen mindestens fünf Teebeutel pro Tag.

Deutsche Teewirtschaft sieht Handlungsbedarf

Nach eigenen Angaben will die deutsche Teewirtschaft, nach den Warnungen vor den gesundheitlichen Risiken durch die Kräutertees, schnell handeln. Der Teeverband in Hamburg teilte mit, dass die Branche bereits damit begonnen habe,  „Maßnahmen zur Minimierung“ der bedenklichen Stoffe einzuleiten.  So habe die Teewirtschaft „unverzüglich“ mit der Auswertung der Erkenntnisse des BfR begonnen.
Das neue Untersuchungsverfahren des Bundesamtes werde von den Unternehmen so schnell wie möglich in die Qualitätssicherung integriert.
Der Teeverband betonte, dass ein normaler Konsum von Kräutertee und Tee weiterhin bedenkenlos möglich sei. Ebenso wie bei anderen Lebensmitteln, gelte auch bei Kräutertee und Tee das Prinzip einer abwechslungsreichen Ernährung und in Anbetracht der Vielzahl von angebotenen Tees ist dies auch ohne Probleme machbar. Auch rät das BfR zu abwechslungsreichem Trinken,  um auch bei empfindlichen Verbrauchergruppen einer möglichen einseitigen Belastung mit unerwünschten Stoffen vorzubeugen.

Quelle: BFR