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(pgk) Besonders während der Wachstumsphase haben Kinder und Jugendliche einen erhöhten Energiebedarf. Optimal ist eine Kombination aus Eiweißen tierischer und pflanzlicher Herkunft sowie Kalzium (Milchprodukte). Vor allem Vitamin D ist für die Aufnahme von Kalzium und für den Knochenaufbau während dieser Zeit unabdingbar. Auch das Risiko für Krankheiten wie etwa Diabetes, Bluthochdruck, Multiple Sklerose und sogar Krebs erhöht sich, wenn der Körper nicht ausreichend mit diesem wichtigen Nährstoff versorgt wird. Mittlerweile häufen sich auch hierzulande Belege, dass bei Jugendlichen Vitamin-D-Mangel weit verbreitet ist.
Neu ist die Erkenntnis, dass Vitamin-D-Mangel bei Jugendlichen zu Übergewicht und Wachstumsstörungen führen kann. Dick und klein durch zu wenig Vitamin D? Laut einer amerikanisch-kanadischen Studie aus dem Sonnenstaat Kalifornien an der McGill University und University of Southern California kann Vitamin-D-Mangel bei Mädchen während der Pubertät das Wachstum hemmen und zu Übergewicht führen. Bisherige Studien wiesen einen Zusammenhang mit vermehrtem Auftreten von Osteoporose, Krebserkrankungen und Übergewicht nach. Die Wissenschaftler um Professor Richard Kremer untersuchten den Vitamin-D-Status (25-hydroxy vitamin D), das Körperfett und das Längenwachstum bei 90 Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren. 59 Prozent der Teilnehmer an der Studie litten unter einem Vitamin-D-Mangel. Die Teilnehmer mit einem Vitamin-D-Mangel waren körperlich kleiner, wiesen im Mittel höhere Körpergewichte mit einem höheren Body-Mass-Index auf und litten häufiger unter vermehrtem Bauchfett als diejenigen mit einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung.
Ob eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr demzufolge dann tatsächlich auch schlank und groß macht, ist nicht belegt. Fest steht aber, dass gerade in der Wachstumsphase Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde vitaminreiche Ernährung besonders wichtig ist.
Im Winter sind dreimal wöchentlich etwa 20 Minuten im Freien für die Vitamin-D-Produktion ausreichend. Im Sommer reichen 5 bis 15 Minuten aus, denn übertriebenes Sonnen ist schädlich. Vitamin D kann der Körper zwar durch Sonnenlicht selber produzieren, zusätzliche Zufuhr ist aber dennoch wichtig. Das Vitamin ist besonders in fettem Fisch, Pilzen, Spinat, Eiern, Milch und Vollkornprodukten enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Kinder und Jugendliche (von einem Jahr bis zu 18 Jahren) einen Verzehr von 5 Mikrogramm (µg) Vitamin D pro Tag (andere Experten empfehlen höhere Dosen). Eine Menge von 5 µg Vitamin D decken 250 Gramm (g) Champignons ab. 100 g Thunfisch liefern ebenso 5 µg Vitamin D, 100 g Hering sogar 23 µg des lebenswichtigen Vitamins.
Der kindliche Organismus braucht Mineralien, Spurenelemente, Vitamine sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Was genau er benötigt, „weiß“ wirklich nur der Körper selbst. Die Zusammensetzung sollte sich ständig dem Wachstum anpassen und individuell betrachtet werden. Von den empfohlenen täglichen Portionen Obst und Gemüse sind die europäischen Jugendlichen weit entfernt. Das ergab eine Großstudie, die den Ernährungsstatus und die Lebensweise von 3.500 Jugendlichen in zehn europäischen Städten untersuchte. Danach nimmt ein 13-jähriges Mädchen am Tag etwa nur 94 g Obst oder Gemüse zu sich, ein 15-jähriger Junge sogar nur 84 g pro Tag. Da viele es daher mit der normalen Ernährung nicht schaffen, annähernd genügend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt zu sein, könnten Mikronährstoffergänzungen als Puffer dienen.
Quellen: dgk
Foto: imafestate
Kremer et al., Vitamin D Status and its Relationship to Body Fat, Final Height, and Peak Bone Mass in Young Women. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, November 2008 jcem.endojournals.org/cgi/rapidpdf/jc.2008-1575v1
Zu wenig Vitamine und Mineralstoffe: Jugendliche schlecht versorgt ( Internationales Problem, aber auch in Österreich - Kritische Nährstoffe: Vitamin D), APAMED vom 03.04.2009
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