14. Dezember 2018

Gesunde Ernährung – wofür?

Klare Antwort: Gewinn an Lebenszeit und Lebensqualität!

Zwar ist „gesund“ auch in der Lebensmittelbranche ein Trend. Eine gesunde Ernährung – wie ein gesunder Lebensstil generell – ist aber vielen Menschen zu zeitaufwändig. Dazu kann man klar sagen: Vor allem Kranksein ist zeitaufwändig, zudem schmerzhaft und teuer; es senkt die Lebensqualität und verkürzt das Leben!
Die Ernährung spielt bei zwei von drei Todesfällen eine Rolle, führt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihrem Ernährungsbericht 2004 aus. In Deutschland sind seit Jahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bösartige Tumoren mit großem Abstand die häufigsten Todesursachen. Durch eine Veränderung der Ernährungsweise können das Auftreten und die Entwicklung dieser Erkrankungen positiv beeinflusst werden.

Eine Berechnung für die Europäische Union hat ergeben, dass mindestens einer von 13 Todesfällen mit Übergewicht oder Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit) in Verbindung gebracht werden kann. Umgerechnet auf die Gesamtzahl der Sterbefälle des Jahres 2004 wären dies allein für Deutschland 62.943 Todesfälle. Die erhöhte Sterblichkeit spiegelt sich in einer kürzeren Lebenserwartung wider: Nach Daten der Framingham Heart Study sterben übergewichtige Frauen ohne Vorerkrankungen ab dem 40. Lebensjahr 3,1 Lebensjahre früher als normalgewichtige Frauen. Bei Männern sind es 2,6 Jahre. Frauen mit Adipositas leben durchschnittlich sogar 7,0 Jahre kürzer, adipöse Männer 6,9 Jahre.

Diabetes durch falsche Ernährung?

Auch beim Diabetes mellitus Typ 2, der in erster Linie durch eine falsche Ernährung entsteht, gehen viele Lebensjahre aufgrund der vielfältigen Folgeerkrankungen und schwerwiegenden Spätfolgen verloren. Eine Studie aus Kanada ermittelte, dass die Lebenserwartung von Diabetikern 12 Jahre niedriger ist als die von Menschen ohne diese Stoffwechselstörung.

Ernährung aber gesund

Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte hängen eng zusammen und werden bei gemeinschaftlichem Auftreten als Metabolisches Syndrom oder „tödliches Quartett“ bezeichnet. Daraus folgende Todesursachen sind zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall. Besonders dem Bluthochdruck (Hypertonie) kommt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine große Bedeutung zu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass in entwickelten Ländern etwa 20 Prozent der Todesfälle auf zu hohe Blutdruckwerte zurückzuführen sind. Zu hohe Cholesterinwerte folgen bei den ernährungsmitbedingten Risikofaktoren an zweiter Stelle. Auch hier stehen beide Faktoren in direktem Zusammenhang mit einer ungesunden Ernährung: zu viele Kalorien, zu viele Fette, zu viel Kochsalz.

Eine völlig unterschätzte Todesursache ist in Deutschland die Osteoporose. Diese häufigste Knochenerkrankung taucht zwar fast nie auf einem Totenschein auf. Experten schätzen jedoch, dass sie die Ursache ist für 80 bis 90 Prozent aller Oberschenkelhals- und Wirbelkörperfrakturen bei Frauen über 65 Jahren. Und hüftgelenksnahe Knochenbrüche weisen in den ersten sechs Monaten ein Sterblichkeitsrisiko von etwa 20 bis 25 Prozent auf.
Auch hier kann über die Ernährung – vor allem in jungen Jahren – viel erreicht werden: Eine Nahrung, die reich ist an Kalzium, Kalium, Vitamin D und Vitamin C, wirkt der Entstehung der Osteoporose entgegen.

Klare Bilanz dieser Zahlen: Es lohnt sich, Zeit in eine gesunde Ernährung zu investieren – wie in einen gesunden Lebensstil überhaupt! Denn wer möchte schon früher sterben oder etliche Jahre mehr krank sein? Heike Brinkmann-Reitz, Ernährungsexpertin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK), empfiehlt daher: „Fangen Sie am besten gleich mit kleinen Veränderungen an, zum Beispiel einem knackigen Salat statt der Bratwurst und nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl!“

Quelle: Kroke, A., Walz, A.: Mortalität an ernährungsmitbedingten chronischen Krankheiten. In: DGE (Hrsg.): Ernährungsbericht 2004. Bonn 2004, S. 94-115

 

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