19. August 2022

Kinder mit Durchfall dürfen nicht in die Kita

Das Infektionsschutzgesetz hilft im Zweifelsfall

Schniefnase, Kratzhals, Husten oder Durchfall – immer wieder fangen sich Kinder kleinere und größere Wehwehchen ein. Dabei stehen Eltern regelmäßig vor der Frage: Kann ich den Nachwuchs mit diesen Symptomen in den Kindergarten oder die Kindertagesstätte schicken oder nicht?
„Kranke Kinder gehören nicht in den Kindergarten“ – diesen Slogan würden besonders jetzt in der kalten Jahreszeit viele Erzieherinnen und Erzieher am liebsten jeden Morgen neu über die Eingangstür ihrer Kindertageseinrichtung hängen.

Fest steht: Ein Kind mit Fieber, also einer Temperatur von mehr als 38,5 Grad, gehört auf keinen Fall in die Kita. Bei Durchfall ist der Besuch generell verboten. Bei drei- bis fünfmaligem Durchfall innerhalb eines Tages oder zusätzlichen Symptomen sollte man auf jeden Fall den Kinderarzt aufsuchen, um mögliche Infektionen mit Rotaviren, Salmonellen oder anderen Bakterien auszuschließen. Laut Infektionsschutzgesetz müssen die Symptome mindestens zwei Tage lang abgeklungen sein, damit das Kleine wieder in die Gruppe darf.

Kranke Kinder

Kinder, bei denen eine Erkrankung gerade abklingt, die also beispielsweise noch ein bisschen husten und schniefen und ansonsten fit sind, können bedenkenlos wieder zu den anderen in die Gruppe. Zudem ist die Auseinandersetzung mit Krankheitserregern extrem wichtig für die Körperabwehr der Kinder, die Kita sozusagen ein Trainingslager für das Immunsystem. Besonders im Winter, wenn eine Infektion der anderen folgt, kann es allerdings manchmal sinnvoll sein, die Kleinen einfach einmal eine Woche zu Hause zu lassen, damit sie sich ausruhen und komplett auskurieren können.
kranke kinderBei Masern und Co. aber gelten eigene Regeln: Beim Spielen und Herumtoben werden die Krankheitserreger leicht von Kind zu Kind weitergegeben. Masern, Mumps, Röteln und Windpocken werden genau wie Diphtherie, Drei-Tage-Fieber, Keuchhusten und Scharlach durch Tröpfcheninfektion übertragen. Ebenso Erkrankungen wie z. B. Hirnhautentzündun-gen, verursacht durch Bakterien wie Meningokokken Typ C. Vor diesen  „Kinderkrankheiten“ sind auch Erwachsene nicht geschützt. Sind sie nicht geimpft und haben diese Krankheiten noch nicht durchgemacht, so können sie sich ebenfalls anstecken. Und bei ihnen nehmen die Krankheiten oft einen besonders schweren Verlauf. Gefahr besteht vor allem auch für nicht immune Schwangere. Masern, Mumps, Röteln, Ringelröteln und Windpocken können zu einer Fehl- und Frühgeburt, einige Erreger (Röteln, Windpocken) auch zur Schädigung des Kindes führen.

Kita-Verbot

Das Infektionsschutzgesetz regelt, wie lange die kranken Kinder im Einzelfall der Kita fernbleiben sollten. Bei Windpocken darf das Kind beispielsweise für mindestens eine Woche nicht in den Kindergarten, und ein Kind mit Keuchhusten darf erst dann wieder in den Kindergarten, wenn es vorher für mindestens fünf Tage ein Antibiotikum genommen hat.

In den meisten Betreuungseinrichtungen gibt es ohnehin festgelegte Regeln, wann ein Kind kommen darf und wann nicht. Einige Kitas verlangen zum Schutz der anderen nach einer Krankheit des Kindes beispielsweise ein ärztliches Attest mit der Bestätigung, dass es wieder gesund ist. Im Zweifelsfall sollte man das Vorgehen einfach mit der zuständigen Betreuerin oder Leiterin absprechen.

„Wenn krank, dann Mama“– zum Wohle des Kindes gilt: Lieber ein paar Tage zu Hause bleiben. Damit dies auch berufstätigen Eltern möglich ist, hat der Gesetzgeber Freistellungsmöglichkeiten im Krankheitsfall des Kindes vorgesehen. Elternpaare haben zusammen 20 Tage Freistellung pro gesetzlich krankenversichertem Kind unter zwölf Jahren, d.h. jeder 10 Tage oder eine Person 20 Tage.

Quelle: dgk, pgk (Pressedienst das gesunde Kind)
Foto: BananaStock