26. Juni 2022

Hochsaison für Wohnungsbrände

In der Weihnachtszeit lauern Gefahren durch offenes Feuer

Wenn es draußen schneit und friert, gibt es kaum etwas Schöneres, als bei Kerzenschein gemütlich im warmen Wohnzimmer zu sitzen. Diese Gemütlichkeit kann jedoch schnell durch einen brennenden Adventskranz zerstört werden.

Wie schnell eine Kerze einen Adventskranz oder einen Weihnachtsbaum in Brand setzen kann, musste Familie S. aus Hannover erfahren. Nur zwei Minuten hatte Karin S. die Kerzen im Adventsgesteck aus den Augen gelassen, weil ihre Tochter sie gerufen hatte. Als sie zurück ins Wohnzimmer kam, standen Tisch, Sofa und Gardinen in Flammen.

Umsichtiges Verhalten ist nicht selbstverständlich

Brandgefahr an Weihnachten Frau S. reagierte richtig: Sofort holte sie ihre Tochter, nahm das schnurlose Telefon mit und verließ unverzüglich die Wohnung. Noch im Treppenhaus konnte sie so die Feuerwehr rufen und die Nachbarn alarmieren. Wenige Minuten später war die Feuerwehr vor Ort und löschte den Brand, bevor er sich weiter ausbreiten konnte. „Bei einem Brand intuitiv richtig zu handeln, ist nicht selbstverständlich“, weiß Frank Manekeller, Leiter der Schadenabteilung beim Versicherer HDI-Gerling. „Denn unsere Gesellschaft ist den Umgang mit offenem Feuer nicht mehr gewohnt, daher wird die Gefahr allzu oft unterschätzt.“

Brandherd Weihnachtsbaum

Rund 27 Millionen Weihnachtsbäume finden jährlich den Weg in Deutschlands Wohnzimmer. Die beliebteste Sorte ist die Nordmanntanne, da sie kaum nadelt und lange grün bleibt. Grüne Nadeln sind allerdings kein Indikator für die Frische eines Weihnachtsbaumes, sie können sich ebenso leicht entzünden wie braune Nadeln. Deshalb sollte beim Kauf eines Weihnachtsbaumständers darauf geachtet werden, dass dieser mit Wasser befüllt werden kann, um den Baum länger feucht zu halten. In der Nähe des Weihnachtsbaumes sollte immer ein voller Wassereimer oder ein Feuerlöscher griffbereit stehen. Denn im Falle eines Brandes zählt jede Sekunde. Frank Manekeller von HDI-Gerling: „Um das Brandrisiko so gering wie möglich zu halten, ist es ratsam, auf die Kombination von echten Kerzen und Baumschmuck aus Papier oder Stroh zu verzichten, insbesondere wenn kleine Kinder im Haus sind oder Haustiere frei herumlaufen können. Besser geeignet sind elektrische Lichterketten.“

Die richtige Versicherung

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zum Schadenfall, dann ist die richtige Versicherung wichtig. Frank Manekeller erläutert: „Für die Schäden an der Wohnungseinrichtung springt die Hausratversicherung ein. Für etwaige Schäden in angrenzenden Wohnungen oder im Treppenhaus kommt die private Haftpflichtversicherung auf. Das Eigenheim ist über die Wohngebäudeversicherung geschützt. Sollte der Brand auf ein Nachbarhaus übergreifen, so schützt die Privathaftpflicht oder bei vermieteten Häusern die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.“

Tipps zur Brandverhütung

  • Brennende Kerzen nie allein lassen. Vor allem dann nicht, wenn Kinder oder Haustiere im Raum sind.
  • Machen Sie Kinder so früh wie möglich mit den Gefahren des Feuers vertraut.
  • Machen Sie jedem Kind begreiflich, im Brandfall sofort Hilfe zu holen, und erklären Sie dem Kind, dass ihm keine Strafe droht.
  • Trockene Bäume und Gestecke sind extrem leicht entflammbar. Kaufen Sie den Weihnachtsbaum daher so spät wie möglich.
  • Überprüfen Sie rechtzeitig den Feuerlöscher und machen Sie sich mit der Bedienung vertraut. Im Brandfall ist dafür keine Zeit mehr.

Quelle: djd.de
Foto: djd/HDI